Soja: eine Bohne - tausend Geschichten - Teil2

Soviel Protein wie in Schweinefleisch, Eiern oder Milch - das können nun wirklich nicht viele pflanzliche Eiweißlieferanten von sich behaupten. Die Königsbohne Soja kann das! Und das erklärt vielleicht auch den Trubel um die Bohne.

Zwei grandiose Eigenschaften von Soja im Überblick:

  • Soja kann mit 37% hochwertigem Eiweiß auftrumpfen.1 (mehr zur Wertigkeit von Eiweiß)
  • Sie enthält alle acht essentiellen Aminosäuren, die unser Körper nicht selbständig produzieren kann.2

Merke: der Mensch braucht Eiweiß und Aminosäuren zum Leben und Soja ist dafür eine durchaus praktische Quelle. Aber ist das eine Erklärung dafür, dass jährlich mehrere Millionen Tonnen Soja nach Deutschland importiert werden? Denn ich kenne kaum Leute, die überhaupt Soja essen und schon gleich gar nicht solche rauen Mengen verdrücken...

Nr. 2: Wer futtert also all das Soja?

Für die Eiweißversorgung von Nutztieren in Deutschland sind pro Jahr 8,38 Millionen Tonnen verdauliches Rohprotein erforderlich. Und genau da kommt Soja ins Spiel.3

75 % der weltweiten Sojaproduktion dienen in Form von Sojamehl oder -schrot als Futtermittel.

Hauptsächlich Geflügel (46 %), aber auch Schweine (25 %) und Rinder (20 %) bekommen Soja als Futterzusatz in den Trog.4 Es ist aus der industriellen Landwirtschaft nicht mehr wegzudenken und die Nachfrage reißt aufgrund des wachsenden Fleischkonsums nicht ab. Heimische Eiweißfuttermittel (z.B. Raps, Lupinen) können derzeit mit dem wirtschaftlich lukrativen Soja aus Brasilien längst nicht mithalten. Deshalb muss mehr Land für den Anbau in Südamerika her, wodurch wir wieder bei der Abholzung des Regenwaldes wären.

Anstieg des weltweiten Fleischkonsums 1980 - 2030:

Die globale Nachfrage nach Fleisch und Futtermittel stieg in den letzten Jahrzehnten enorm - auch deshalb weil sich Schwellenländer an den Konsum der western diet annähern. China hat zum Beispiel seinen Fleischkonsum in den letzten 40 Jahren versechsfacht - bei gleichzeitigem Bevölkerungswachstum.5 Mehr Menschen, mehr Fleisch, mehr Soja. Komplett überlassen wir die Millionen Tonnen Soja aber nicht den Tieren.

6 % der Sojaernte wird direkt vom Menschen gegessen.6

Von Tofu über Tempeh, der Sojasoße bis hin zu verschiedensten Variationen von Milch, Jogurt und dann wären da auch noch Margarine, Bratfett und Kochöl... Sojaprodukte gibt's wie Sand am Meer. Aus der Sojaverarbeitung gewonnenes Lecithin ist zudem einer der häufigsten Zusatzstoffe in verarbeiteten Lebensmitteln (z.B. in Schokolade, Eiscreme, Mayonnaise, Backwaren u.a.).

Soja wird neben der Tier- und Menschennahrung außerdem für eine Reihe technischer Anwendungen genutzt. Nennenswert ist die wachsende Nachfrage nach Biodiesel aus Soja.

Somit steht Antwort Nr. 2 fest: Hühner, Schweine und Kühe essen 3/4 des weltweit produzierten Sojas. Einen kleinen Teil essen wir selbst oder unser Auto.

Nachdem wir nun wissen, dass wir indirekt über Fleisch/Milch/Eier oder direkt über diverse Sojaprodukte einiges an Soja vertilgen kommt Frage Nr. 3 ins Spiel: genmanipuliert - ja oder nein? Coming soon...

Quellen:

Katja

Ich kann mir Sachen schlecht merken, daher schreibe ich sie nun auf. Gleichzeitig möchte ich Themen, die mir wichtig sind, mit anderen teilen. Und tadaa, ein Blog ist entstanden. Ich bin Katja, hi!

Berlin