Liebe Putzmittel, wir müssen reden.

Ihr Sidolin, General, WC-Ente, Febreze und wie ihr alle heißt. Ihr seid nun für lange Zeit ständige Begleiter in meinem Leben gewesen, aber nun müssen sich unsere Wege trennen. Ihr seid nicht gut für mich und deshalb können wir uns nicht wiedersehen. Ich habe nun neue Freunde. Sie machen mich nicht krank, sind nicht so schädlich für die Umwelt und machen auch noch weniger Müll. Deshalb heißt es nun Lebewohl!

Die Putzmittelabteilung musste sich in diesem Jahr einer kritischen Prüfung unterziehen und wurde intensiv unter die Lupe genommen. Bei meinen ausgiebigen Recherchen bin ich auf folgendes Ergebnis gekommen: Ich brauche 8 von 10 der bunten Flüssigkeiten gar nicht. Ups! Wieso habe ich dann für praktisch jeden Fleck und jede Fliese eine andere Flasche zuhause? Das reinste Chemielabor. Die Werbung, Gewohnheit, mangelndes Interesse… ich weiß nicht was mich dazu bewogen hat. Aber das muss nun aufhören. Denn die meisten herkömmlichen Putzmittel sind nur eins: schlecht für uns und für die Natur:

  • Konservierungsstoffe, Silicone, Farbstoffe und Paraffene können nur schwer abgebaut werden und überdüngen unsere Gewässer. [1]
  • Der wichtigste Bestandteil aller Putzmittel sind Tenside, die meisten werden aus Erdöl hergestellt. Das nicht nur nicht nachhaltig, sondern auch toxisch für Wasserorganismen. [2]
  • Duftstoffe (Limonen) sind nicht nur überflüssig, sondern können auch Auslöser für Allergien und Unverträglichkeiten sein. [3]
  • Genauso verhält es sich mit Desinfektionsmitteln: Studien belegen eindeutig, dass in normalen Haushalten keine Desinfektionsmittel nötig sind. Die weitverbreitete Verwendung von Desinfektionsmitteln führt zu Resistenzen bei Bakterien.

Vergleicht man die Inhaltsstoffe von Bad/WC/Glas/Allzweckreiniger und Spülmittel stellt man bei genauem Hinsehen fest, dass es nur minimale Unterschiede bei den Inhaltsstoffen gibt. Mal zähflüssig, mal sprühfähig, mit Alkohol oder ohne, mehr Tenside oder ein Schuss Essig… ein wenig mehr von dem Einen hier und weniger beim Anderen da. Im Grunde aber alles das Gleiche! Leider mit vielen weiteren Zusätzen, die unnötig, dafür aber extrem schlecht abbaubar sind. Die einzigen, die von dieser Flut an Reinigungsmitteln profitieren sind die Herstellerfirmen, je mehr desto besser für ihren Umsatz. Aber ich habe genug davon.

Das Desinfektionsspray muss also schon mal gehen, ebenso wie das Febreze und der Allzweckreiniger, der nichts anderes ist als verdünntes Spülmittel. Adieu sage ich auch zum Glasreiniger, der sich aus den gleichen Bestandteilen wie das Spülmittel zusammensetzt nur mit einem Schuss Alkohol obendrauf (den habe ich auch so zuhause).

Nach einer längeren Experimentierphase minimiert sich die Reinigungsabteilung nun auf Folgendes:

  • Spülmittel von ecover
  • für Bad, Toilette, Amaturen etc. nehme ich reine Zitronensäure von Heitmann. Die kommt in einer recycelbaren Verpackung und lässt sich einfach mit dem Lappen oder der Klobürste verteilen. Dann einwirken lassen, mit kaltem Wasser abspülen. Fertig. Zum Entkalten perfekt und bekämpft auf natürlichem Weg Bakterien im Bad. [4]
  • Essigessenz ergibt zusammen mit lauwarmen Wasser, Spülmittel und einen Schuss Alkohol den Glasreiniger. Streifenfrei, läuft!
  • Waschmittelkonzentrat von AlmaWin [5]

Zugegeben, noch ist dieses Segment des Haushalts nicht plastikfrei, aber ich sehe die Reduzierung als kleine Errungenschaft an, die sich schnell, einfach und ohne großen Aufwand umsetzen lässt. Nun haben wir mehr Platz im Badschrank, dafür weniger giftige Sachen, weniger Abfall und auch noch Geld gespart. Genial!

Quellen:


  1. https://utopia.de/ratgeber/die-schlimmsten-inhaltsstoffe-in-reinigungsmitteln/ ↩︎

  2. Landesamt für Umwelt ↩︎

  3. http://www.umweltbundesamt.de/themen/gesundheit/umwelteinfluesse-auf-den-menschen/chemische-stoffe/duftstoffe ↩︎

  4. https://utopia.de/0/blog/was-nachhaltigkeit-manchmal-auch-mit/putzen-21-teil-2 ↩︎

  5. https://utopia.de/0/blog/was-nachhaltigkeit-manchmal-auch-mit/putzen-21-teil-2 ↩︎