Was mein Peeling mit Fischen zu tun hat.

Es ist klein, nahezu unsichtbar und viele wissen gar nicht, dass es existiert: Mikroplastik.

Einerseits entsteht Mikroplastik indem größere Plastikteile durch Verwitterung (Sonne, Wasser) zermahlt werden. Andererseits gibt es aber auch das speziell für die Kosmetikbranche produzierte Mikroplastik. 1 Viele unserer Kosmetikprodukte sind also nicht nur in Plastik verpackt, sie beinhalten auch noch kleinstes Mikroplastik mit dem wir uns täglich eincremen, einseifen oder einreiben.

Wozu?

Mikroplastik hat viele Eigenschaften: Filmbildung wie bei Sonnencremes, unterschiedliche Fließfähigkeit wie bei Duschgels oder als kleine Kügelchen in Gesichts- und Körperpeelings.
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So viele verschiedene Merkmale Mikroplastik hat genauso viele Namen hat es auch und macht die Identifizierung etwas knifflig:

Polyethylen (PE)
Polypropylen (PP)
Polyethylenterephthalat (PET)
Polyester (PES)
Polyurethan(PUR)
Polyamid; Nylon-12; Nylon-6; Nylon-66 (PA)
Ethylen-Vinylacetat-Copolymere (EVA)
Polyimid (PI)

Im Allgemeinen kann man sagen: ist in einem Kosmetikprodukt etwas mit dem Zusatz 'poly' enthalten, kann davon ausgegangen werden, dass es sich um Mikroplastik handelt. Auf codecheck findet man unter 130.000 gelisteten Produkten schnell heraus, ob Mikroplastik enthalten ist oder nicht.

Was hat das nun mit Fischen zu tun?

Wenn wir uns Plastik auf die Haut streichen wollen ist das eine Sache. Heikel wird es aber, wenn die winzigen Plastikteile über das Abwasser in Flüsse, Seen und ins Meer gespült werden. "Die Filtersysteme der Kläranlagen können diese nicht komplett herausfiltern."1 Im Meer ziehen die oft mikroskopisch kleinen Plastikteilen Giftstoffe wie z.B. Pestizide an und werden von Muscheln, Würmern und Fischen mit Nahrung verwechselt oder durch Filtration aufgenommen.4 Folgen sind Geschwüre im Magen-Darm-Trakt oder sogar das Verhungern der Tiere.
Diese Problemtik ist bei weitem kein Szenario von Übersee, weit weg. Das Ergebnis einer Studie zur Jungfischdichte des bayerischen Landesamtes für Umwelt und der Uni Bayreuth war, "dass die Donau in ihren Uferbe-
reichen bereits mehr Plastik als kleine Fische befördert." [⁵]

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Welche Auswirkungen Mikroplastik auf den Menschen hat ist weitgehend noch unerforscht. Fakt ist, dass Plastikteilchen in den gängigen Speisefischarten wie Thunfisch, Kabeljau und Makrele, aber auch in Garnelen und Muscheln gefunden wurden 6 und wir diese mit Giften angereicherten Partikel mit der Nahrung aufnehmen.

Was nun?

Einige Hersteller haben sich seit 2014 freiwillig dazu verpflichtet,
kein Mikroplastik mehr in ihren Kosmetikprodukten zu verwenden. Diese freiwillige Selbstverpflichtung ist jedoch nicht genug, denn noch immer gibt es viel zu viele Produkte, die Mikroplastik enthalten.7

Bis ein umfassendes Verbot von Mikroplastik in Kosmetik in Kraft tritt, wie bereits in anderen Ländern, hilft nur eine konsequente Minimierung und Vermeidung von (Mikro-)Plastik. Der große Kosmetikcheck folgt...

Quellen: