Fläschchen, Tuben, Döschen - eine Badezimmer-Inventur.

Eigentlich wollte ich ja nur Kosmetikartikel mit Mikroplastik aussortieren und ersetzen, aber schaut man sich die Inhaltsstoffe genauer an, wird einem ganz schwindlig: hormonelle Störungen, Verdacht krebserregend zu sein, Hautirritationen, mögliche Störung des Immunsystems... Das will man doch alles nicht haben. Frustration macht sich breit. Aber irgendwie hat es mich angestachelt, es muss doch möglich sein Alternativen zu finden! Und die Suche begann.

Fünf Kriterien waren für meine Produktwahl ausschlaggebend:

  1. Kein Mikroplastik/weniger Plastikverpackung
  2. Praktikabiltät: ich werde nicht meine Kosmetik ausschließlich selbst herstellen, dafür sind Andere zuständig. Ebenfalls möchte ich nicht fünf Naturkosmetikläden abklappern müssen, denn das halte ich nur 1 Monat durch und dann bin ich wieder am Anfang. In einem gängigen Drogerie- oder Biomarkt sollten die Sachen unbedingt zu bekommen sein.
  3. Wirksamkeit/Verträglichkeit muss stimmen
  4. Es müssen weniger sonstige bedenkliche Stoffe enthalten sein, als in den Produkten, die ich vorher benutzt habe.
  5. Bezahlbar

Wenn all diese Kriterien zutreffen bin ich schon mal einen ganzen Schritt weiter. Was nicht heißt, dass dieses Repertoire nun in Stein gemeißelt ist.

Die neue Übersichtlichkeit in meinem Badezimmerschrank:

Das ist alles was ich noch habe.
Wie bei allen Dinge gehe ich davon aus, dass ich Veränderungen länger durchhalte, wenn sie leicht umsetzbar und praktibal sind. Deshalb habe ich mir erst einmal simple Neuerungen gesucht, die praktisch nur ein Umdenken erfordern, aber mit wenig Mehraufwand verbunden sind.

Was habe ich also ersetzt und warum?

Plastikwattestäbchen durch Papierwattestäbchen z.B. von Ebelin. Können in der Papiertonne entsorgt werden.

Flüssighandseifen durch Naturseifen z.B. von Bionatur, das spart Verpackung, Mikroplastik, sowie dutzende Zusatzstoffe. Wer absolut kein Seifenstück verwenden mag, der kann die Flüssigseife von Sonett ausprobieren. Das Gleiche wie für Handseifen gilt für Duschgels. Sogar mein Sebamed Duschöl, wovon ich ausging ist vielleicht "besser" als andere Produkte, enthält Mikroplastik. Habe ich daraufhin ebenfalls mit Stückseife ersetzt.

Anstatt eines herkömmliches Parfum habe ich mir ein BioParfum schenken lassen. Hier Tipps für den Einkauf.

Ich habe vor einem Besuch bei meiner Mama eigentlich nie ein Körperpeeling verwendet - ein Fehler! Denn ein Peeling ist ziemlich großartig, aber nur, wenn es nicht größtenteils aus Mikroplastik besteht. Es lässt sich allerdings super einfach selbst machen, so einfach, dass sogar ich meine Regel breche. Das DIY-Peeling spart Verpackung, Geld, Mikroplastik und ist in weniger als einer Minute herzustellen. Hier das Rezept.

Haarspray ist im Allgemeinen nicht unbedingt als umweltschonend bekannt, aber ich brauche eins und das Drei-Wetter-Taft-Volumen ist zumindest besser als mein vorheriges Nivea-Haarspray.

Die Kinnlade fiel mir bei meinem bebe-Lippenpflegestift runter, den trage ich mir gefühlt alle halbe Stunde auf die Lippen auf. Er enthält aber hormonell wirksame und krebserzeugende Stoffe. Ersatz liefert Alverde Lippenstift und -pflege.

Gesichtscreme und Bodylotion habe ich beide durch Naturkosmetik-Produkte ersetzt z.B. von Alterra und Lavera.

Ein weiterer neuer Fund ist die Zahnpasta von Sante, die meine alte Zahnpasta von Elmex (enthält Mikroplastik) ablöst. Diese ist nicht nur plastikfrei, sondern auch noch mit Vitamin B12 versehen.

Erfolglos verlief meine Suche nach einer Haarspülung, die die Haare kämmbar macht und zugleich schadstofffrei ist. Zahlreiche Versuche mit Naturkosmetik-Spülungen sind kläglich gescheitert. Heuballen-Alarm am Kopf - es war grausam. Nach eingehender Recherche ist die Spülung von Garnier meine Kompromisslösung.

Sowieso mikroplastikfrei in meinem Schrank sind: Elmex gelee, Elmex Zahnseide, Alverde Liedschatten, Sebamed Gesichtswasser, Ebelin Nagellackentferner (am Nagellack arbeite ich noch). Das habe ich über codecheck herausgefunden.

Zusammenfassung:

Die Inventur hat ergeben, dass es für jeden Kosmetikartikel eine gute Alternative ohne Mikroplastik zu finden gibt. Man muss nur wissen wonach man suchen muss und im Drogeriemarkt-Regal nicht sofort zur gewohnten Marke greifen. Besonders freu ich mich auch über die allgemeine Verkleinerung des Kosmetikareals, fabelhaft übersichtlich!